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Fleischsensibel in dritter Generation

Montag, 16. August 2010

Deutschland ist Fleisch: Auf der aktuellen ZEIT prangt ein blutiges Steak, Jonathan Safran Foers „Eating animals“-Buch löst, kurz vor seinem Erscheinen auf dem deutschsprachigen Markt, eine Welle fleischkritischer Prosa und Interviews aus. Woher kommt diese neue Sensibilität für das Wohl der Lebewesen, die wir vertilgen? Ist das nur ein neuer Trend, ein weiterer Fall von „bewusst leben“ in Gesellschaften, die keine anderen Probleme haben?

Ich persönlich finde es absurd, dass auf einmal alle wie erleuchtet scheinen und zu fleischlos Glücklichen konvertieren. Denn wir wussten es doch schon lange: Tierhaltung heute ist brutal, Begriffe wie „Kleingruppenhaltung“ aus der Welt der Legehennenbatterien belegen das eindrücklich. Rinderzucht produziert Klimagase, verbraucht viel Energie (Wasser, Transportkosten, Kühlung), verschwendet Nahrung (Futtermittel) und damit Anbauflächen, die für durchaus nachhaltigere Speisen verwendet werden könnten. Die gentechnisch veränderten Wesen, die auf unseren Tellern landen, wären in ihren natürlichen Umgebungen nicht mehr lebensfähig: Hühner mit Mörderbrüsten, Rinder mit Superhintern. Und die ihnen gespritzten Medikamente nehmen schlussendlich wir Menschen als Endverbraucher auf. Fleisch ist wahrlich kein Gemüse. Und Kühe sind nicht lila. (mehr …)

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