Artikel-Schlagworte: „Rery Maldonado“

Kollektive Sommerlesungen

Donnerstag, 16. Juni 2011

We have Lesungen!

Am Samstag, 18. Juni lese ich im Rahmen des Poesiefestivals Berlin bei Poets‘ Corner im Wagendorf Lohmühle, Treptow-Köpenick, von 11 bis 12 Uhr, mit Rery Maldonado, Stephan Reich, Alexander Gumz, Luise Boege, Konstantin Ames und Julia Trompeter. Dazu gibts Improjazz und Sonne und Wagendorfatmosphäre und Samstagvormittaggefühle. Organisiert von: Philip Maroldt.

Ebenso als Teilprogramm des Poesiefestivals, aber auch innerhalb des Kiez-Kunstfestivals 48 Stunden Neukölln, legt am Sonntag, 19. Juni um 16 Uhr die „Spreeprinzessin“ mit den Dichtern des chilenischen Literaturkollektivs Casa Grande und mit Vertretern von Los Superdemokraticos am Anleger Wildenbruchbrücke, Berlin-Neukölln, ab. Es lesen auf diesem deutsch-spanischen Schiff Sabine Scho, Rery Maldonado, Julio Carrasco, Cristobal Bianchi und ich. Schaukelt mit! Organisiert von: lauter niemand.

Schlussendlich ein kleines Highlight. Das Melt!-Festival hat in diesem Jahr ein Literaturprogramm, in welchem Los Superdemokraticos sich vorstellen. Wer dort in der Ferropolis bei Dessau sein sollte, kann geschriene, gelesene, skandierte Passagen aus unserem Buch, der superdemokratischen Anthologie mit 20 Seiten literarisch-politischem Glossar am Freitag, 15. Juli, um 19 Uhr hören. Der Verbrecher Verlag hat eine Textprobe, unsere kollektiv-verfasste Einleitung, online gestellt. Wer sich für kollektives Schreiben interessiert, kann übrigens die Leseliste des Seminars von Daniel Kehlmann und Adam Thirlwell zur „strategischen Vermessung künstlerischer Kollektive“ auf der FU-Seite einsehen (via Litaffin).

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Blogs in den Sozialwissenschaften

Donnerstag, 21. April 2011

Ein kollaborativer Bericht vom Berliner Theorieblog-Workshop am 9. April 2011

Wie wichtig sind Offline-Aktivitäten für Blogs? Das Ergebnis des Workshops, zu dem das Team des Theorieblogs am 9. April an die Humboldt-Uni eingeladen hatte, war eindeutig: Offline ist – trotz aller Blogeuphorie – unersetzbar. Rund 15 BloggerInnen (plus sieben TheoriebloggerInnen) folgten der Einladung, sich über das eigene Tun auszutauschen und sich nicht nur virtuell, sondern auch ganz klassisch zu vernetzen. Drei thematische Blöcke – 1) Was macht einen guten Blogbeitrag aus? 2) Blogs und ihre Leser 3) Blogs und Öffentlichkeit – strukturierten den Tag. Doch in den Diskussionen zeigte sich schnell, dass die drei Themen kaum voneinander zu trennen sind und um eine übergreifende Fragestellung kreisen: Wie verorten sich (Wissenschafts-)Blogs im Spannungsfeld von Wissenschaft und Öffentlichkeit, wie und mit welchem Ziel bloggen wir?

Blogs zwischen Wissenschaft und politischem Kommentar

Das geteilte Bedürfnis nach Selbstvergewisserung förderte jedoch ganz unterschiedliche Haltungen und Perspektiven zu Tage. Die eigene Verortung zwischen wissenschaftlichem und öffentlichem Diskurs wurde unterschiedlich definiert. Ulrike Spohn (Theorieblog) eröffnete den ersten Part mit dem Vorschlag, wissenschaftliches Bloggen als wissenschaftsaffines Bloggen zu begreifen und dabei sehr bewusst zwischen der eigenen Rolle als WissenschaftlerIn und BloggerIn zu unterscheiden. Sie plädierte dafür, Wissenschaftsblogs nicht als Plattform zur Veröffentlichung wissenschaftlicher Texte im Internet zu verstehen, sondern als Chance, das anspruchsvolle Schreiben jenseits wissenschaftlicher Standards zu erproben. Dabei könne und solle es durchaus das Ziel eines Wissenschaftsblogs sein, zwischen wissenschaftlicher Strenge und essayistischer Kreativität zu vermitteln, doch das funktioniere nur, solange die Welten getrennt blieben. (mehr …)

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Frühjahrsrundschau

Freitag, 4. März 2011

Superdemokraticos Orange CoverMein Frühling ist einer mit vielen Seiten. Ja, gedruckte Seiten. Es erscheint das Superdemokraticos-Buch, das Rery Maldonado und ich zusammen herausgeben, im Verbrecher Verlag, worauf wir unglaublich stolz sind: Kurzessays von 26 Autorinnen und Autoren aus Deutschland und Lateinamerika und dazu auf mehr als 20 Seiten das ultimative superdemokratische Glossar von „Aktivismus, einsamer“ bis „Zungen“, Wörter, die die superdemokratischen Autoren zur Beschreibung unserer super-vernetzen Realität benutzen und definieren. Wir sind überzeugte Anhängerinnen von literarischem Aktivismus, die Idee dahinter veröffentlichen wir bald auf unserem Blog. Alle Hippies von Berlin laden wir herzlich zu unserer Buchpremiere in die Verbrecher-Versammlung im Monarch, am 26. April, 20.30 Uhr ein, zur LSD-Party. Wer psychedelisch gekleidet kommt, erhält freien Eintritt. Nach der bewusstseinserweiternden Lesung gibts psychedelische Musik von den DJs Koalblao und Patx. Vorher stellen wir uns der Leipziger Öffentlichkeit vor: Wir lesen am 17. März von 11-12 Uhr auf der Leseinsel der Jungen Verlage, Buchmesse.

Konfliktkulturen Cover

Damit nicht genug, denn noch ein Manuskript erblickt bald das Licht der Regale: Ich habe, unterstützt von René Hamann, einen Essayband redaktionell geplant und lektoriert, der im April im Steidl Verlag erscheint, herausgeben vom Goethe-Institut und dem Institut für Auslandsbeziehungen. Die Buchpremiere zu den „Konfliktkulturen“ findet am 12. April in der ifa-Galerie, Linienstr. 139, Berlin statt. Ich moderiere das Gespräch zwischen zwei Autoren des Buches, der Choreographin Helena Waldmann und dem Autoren Hamed Abdel-Samad, sowie dem Generalsekretär des ifa, Ronald Grätz und Christoph Bartmann, Leiter der Abteilung „Kultur und Information“ im Goethe-Institut. Der zweite Band ist bereits in Planung, er erscheint im Herbst, auch bei Steidl.

Auch journalistisch hab ich mich ein wenig betätigt: Ich habe den jungen Deutsch-Ägypter Ramy Mostafa porträtiert, der mir bei den Berliner Demonstrationen zur Solidarität mit den ägyptischen Protesten auffiel, im Freitag und auf Superdemokraticos. Und wer lieber Lyrik mag: In der Neuen Rundschau 4/2010 erschienen meine Übersetzungen eines Gedichtzyklus der argentinischen Autorin Cecilia Pavón „Ein Gedicht mit 27 Namen“, einige meiner neuen Gedichte sind im Poet Nr. 10 zu lesen.

Jetzt aber Schluss mit dem Werbeblock. Aktuelle Leseempfehlungen: Herfried Münkler über „Nachbarschaft, Freundschaft, Partnerschaft“ im Merkur. Und natürlich Tschick, der großartige Road-Roman von Wolfgang Herrndorf, im Interview erklärt der Autor seine lässigen Formatwechsel (mal Jugendroman, mal Thriller, mal Science Fiction) in der FAZ.

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Kadaverchen

Montag, 8. November 2010

Der mexikanische Autor Carlos Vicente Castro erzählte mir, dass in seinem Land zum Dia de los Muertos/Tag der Toten diversen Personen des öffentlichen Interesses gereimte Nachrufe, so genannte Calaveritas, geschrieben werden, in denen sie an einer ihrer Charaktereigenschaften sterben. Zum Monat der Toten, dem November, habe ich mich nun auch an Nachrufen versucht, die ich Kadaverchen nenne (korrekt wäre: Schädelchen). Allerdings landen meine ausgewählten Freunde in Zwischenreichen, in anderen Realitäten… übersetzt ins Falschspanisch.

rery, la poeta anarchista que rie sin morir

wenn rery keine rauchen kann,
verkleidet sie sich gern als mann.
der bart ist freiheit, anarchie,
der tod, der findet sie so nie.

cuando rery no puede fumar,
se disfrace en hombre con barba,
para ella significa libertad y anarchy,
la muerte no le va encontrar nunca así..

carlos, el guadalajero con blog secreto

eines tages gelangte er in china
in einen raum voller maskuliner melodia
noch heute weiß nur er, was es dort gab,
das geheimnis nimmt er mit ins grab.

un dia carlos visitaba en china
una habitacion con musica masculina.
solo el sabe que pasó en sus vacaciones,
sobrevivi un blog de estas expediciones.

alan, el maya-hacker polylingual

mit alan kannst du auf zeitreise gehen
er weiß, welche kreise die sterne drehen
seine essays sind die kinder von cyber&ninja,
er selbst verschwindet täglich im land der maya.

con alan puedes viajar en el tiempo, bella,
puedes mirar a las galacticas y un estrella.
sus ensayos son los ninos de cyber&ninja,
el mismo desaparece cada dia en el país maya.

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Die Superdemokraten

Sonntag, 16. Mai 2010

Eigentlich habe ich mich nie so doll für Südamerika interessiert. Ja, ich gebe es zu. Ich fand dieses linke Idealisierung eines gesamten Kontinents auf Che-T-Shirts, die bunten Strickbeutel mit Lama-Motiven, die folkloristische Panflötenmusik sehr anstrengend.

LosSuperdemokraticos_Logo_sw

Zum Glück denken meine Freunde anders, denn ich lernte die südamerikanische Kultur über meine Freunde in Berlin kennen, mit ihnen lernte ich Mate trinken, Cumbia tanzen, unpünktlich zu sein und sogar Spanisch: Danke an euch alle, Ed, Rery, Timo, Soffi!  (mehr …)

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