Artikel-Schlagworte: „Fichte“

o tannenbaum

Donnerstag, 24. Dezember 2009

es ist die ungedruckte tradition dieser familie, den festlichen baum
erst spät zu kaufen. wir fahren zum st. joseph (stift) und nehmen uns
der krummsten fichte an. feilschen und handeln um jeden zweig vom müllberg,
unverpackt aufs autodach verpflanzen, festgezurrt mit gummistrapsen.
zu hause hackt der vater den fuß ab, die mutter kehrt die nadeln weg.
die kinder flüstern beim schmücken witze, weil die krippe
immer auseinander fällt und die engel sich
zum fenster drehen. was sie dort ohne augen sehen?

Wer sich lieber mit Nordmanntannen als mit der Rettung von Fichten beschäftigt, dem sei Jakob Augsteins Text ans Herz gelegt. Er spricht sich eher gegen den Tannenkauf aus – aber warum sein Blatt, der Freitag, dann eine Tanne als Aboprämie anbietet, entzieht sich leider meiner Logik.

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