Kilos, ungelesen

Nun ist sie vorbei, die Frankfurter Buchmesserei, und ich habe mir wieder mehrere Kilo von Leib gelaufen, dafür aber auch wieder mehrere Kilo Literaturbeilagen mit nach Hause gebracht. Nach all diesem Hin und Her könnte ich jetzt gut eine Maschine gebrauchen, die das Gewicht der Beilagen ausrechnet und in daraus erwünschte Bücher umwandelt. Dann hätte ich jetzt:

– die Cantos von Ezra Pound in neuer Übersetzung von Eva Hesse und kommentiert von Heinz Ickstädt und Manfred Pfister, bibelschwer

Indigo von Clemens Setz, weil alles, was ich dazu lese, mich immer neugieriger macht, ein klarer und seltener Fall: feuilletonüberzeugt

Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse von Thomas Meyer, erschienen im Zürcher Salis Verlag, geschrieben in einem deutsch-jiddischen Kauderwelsch, scharmant

– Wolf Haas‘ neues Buch Die Verteidigung der Missionarsstellung, aus dem er in einem Gespräch mit Ernst A. Grandits am 3-Sat-Stand auswendig vortrug, rezitierend (er kann 30 min. seiner Bücher auswendig)

Es werden zu viele Kilos…. Denn da sind auch noch die neuen Bücher von Tilman Rammstedt („Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters„), der überlebensgroß am Dumont-Stand hing, und von Nora Bossong („Gesellschaft mit beschränkter Haftung„), die die schönsten Kleider des Literaturbetriebs trägt, außerdem möchte ich endlich ein Buch des alten Herrn Ernst Augustin haben. Und Margarete hat mich in ihrem taz-Messeblog ganz neugierig auf Bambi von Felix Salten gemacht. Mit Ronald, Redakteur bei den Literaturen, teile ich das César Aira-Fantum, dabei fiel mir ein, dass ich gerne mal wieder etwas von ihm lesen würde, nicht nur dieses Interview hier. Eigentlich könnte ich mich nach einer Messe in eine Lesehöhle vergraben und bis zur nächsten Messe nicht mehr rauskommen.

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